Aktinische Keratosen (Sonnenwarzen) – Spinaliome (Stachelzellkrebs)

Hautkrebs zählt zu den häufigsten Krebsarten und nimmt auch hier bei uns in der Schweiz immer mehr zu. Ob Melanom, Basaliom, Lymphom oder Spinaliom. Verschiedene Möglichkeiten zur Diagnostik und Therapie finden Sie in unserer dermapraxis.

Hautkrebs

Die Medizin kennt verschiedene Arten von Hautkrebs. Einer der bekanntesten und weitaus der gefährlichste, jedoch nicht der häufigste unter ihnen, ist das maligne Melanom (schwarzer Hautkrebs). Daneben gibt es das Basaliom und das Spinaliom. Es stehen unterschiedliche Therapiemöglichkeiten des Hautkrebses zur Verfügung. Die häufigsten sind die Hautoperation, Vereisungstherapien (Kryotherapie), Lasertherapien sowie photodynamische Therapie. Ihr Facharzt wird Sie genau aufklären und mit Ihnen die für Sie passende Therapie eruieren.
Sehr wichtig für die Therapie von Hautkrebs ist die frühe Diagnosestellung. Daher legen wir Ihnen eine regelmässige vorbeugende Hautkontrolle durch den Facharzt nahe. Zur Hautkrebsvorsorge stehen dem Spezialisten neuste Methoden zur Verfügung, darunter z. B. die Video-Auflichtmikroskopie.

Sonnenwarzen (aktinische Keratosen) und Spinaliome  (Stachelzellkrebs) (engl: solar keratosis, actinic keratosis, senile keratosis, squamous)

Die Haut wird durch Urlaube im Süden oder durch häufige Aufenthalte im Freien (Bauern, Bergsteiger, Golfer, etc.) über Jahre hinweg geschädigt. Sonnenwarzen und Spinaliome  zeigen sich häufig erst mehrere Jahre nach der Sonneneinwirkung. Meistens bemerken die Betroffenen ca. ab dem 50. Lebensjahr vorerst Rötungen und raue Schuppungen, die sich dann weiterentwickeln und als feste gelbe, warzenförmige Krusten zeigen. Diese Hautveränderungen erscheinen meist im Gesicht, vor allem an der Nase, der Stirn, der Schläfe, der Unterlippe, den Ohrspitzen sowie an den Unterarmen und Händen,  im Nacken oder auf der haarlosen Kopfhaut. Die beschriebenen Hautveränderungen sind nicht schmerzhaft, so dass sie häufig nicht beachtet werden. Andere, seltenere Ursachen des weissen Hautkrebses sind starke Röntgenbestrahlungen oder chronische Arsenaufnahme (z. B. in Berufen wie Winzer und Tierpräparatoren zu beobachten).

Sonnenwarzen sind Vorstufen der Spinaliome (Stachelzellkrebse). Sie zeigen sich wie oben beschrieben als rote Flecken, die zunehmend rau werden und abschuppen. In der Fachsprache spricht man von solaren oder aktinischen Keratosen. Diese Hautveränderungen sind noch gutartig (sog. Carcinoma in situ, Hautkrebs in Entstehung). Es ist sehr wichtig, diese Sonnenwarzen frühzeitig zu therapieren, da sich daraus über kurz oder lang Hautkrebs entwickeln kann. Man spricht dann vom Stachelzellkrebs (Spinaliom oder spinozellulärem Karzinom). Das Spinaliom ist eine Form von Hautkrebs, hat jedoch nichts mit dem schwarzen Hautkrebs (Melanom) gemeinsam. 

Entstehung von aktinischen, solaren Keratosen und von Spinaliomen

Durch Störungen der Zellteilung entstehen aus Stachelzellen der oberflächlichen Haut Hautwucherungen, die wir als Sonnenwarzen bezeichnen. Zu den Auslösefaktoren der Zellteilungsstörung gehören die Erbanlagen (besonders betroffen sind hellhäutige Menschen, welche zu Sonnenbränden neigen) und lang dauernde, intensive Sonnebestrahlung. Mikroskopisch sind bei den Sonnenwarzen lokale Anhäufungen von atypischen (veränderten) Keratinozyten zu sehen. Beim Stachelzellkrebs hingegen sind diese Zellen schon bösartig geworden und gehen in das gesunde Gewebe über. Es ist auch möglich, dass sie über die Blut- oder Lymphbanen die Zellen weiter streuen (Metastasierung).

Gefährlichkeit der Sonnenwarzen und der Spinaliome

Sonnenwarzen sind noch gutartige Hautwucherungen. Haben sich diese aber zum Stachelzellkrebs weiter entwickelt, handelt es sich um Krebs. Dieser ist vorerst auch relativ gutartig, er wuchert an Ort und Stelle und zerstört lokal das Gewebe. Behandelt man ihn jedoch nicht und er ist zu einer Grösse über 1 cm herangewachsen, kann er Tochtergeschwulste (Metastasen) irgendwo im Körper bilden. Diese können lebensgefährlich werden. Bei Grössen unter 1 cm Durchmesser geht von ihm eine Heilungschance von nahe zu 100% aus. 

Häufigkeit von aktinische Keratosen und Spinaliomen

Aktinische Keratosen sind sehr häufig. In Amerika leidet jeder 4. Bewohner über 30 Jahren daran. Wenn man aktinische Keratosen nicht behandelt, entwickelt sich statistisch gesehen jede 4. aktinische Keratose innerhalb von 10 Jahren zu einem Stachelzellkrebs (Spinaliom).

Ratschläge für Patienten mit aktinischen Keratosen und Spinaliomen

  • Lassen Sie auffällige Hautveränderungen von Ihrem Dermatologen untersuchen
  • Lassen Sie aktinische Keratosen und Spinaliome frühzeitig durch einen Spezialisten entfernen.
  • Gehen Sie regelmässig zu Vorsorgeuntersuchungen
  • Meiden Sie Sonnenbäder und verhindern Sie Sonnenbrände
  • Tragen Sie im Urlaub und im Freien einen Hut und Kleider
  • Verwenden Sie Sonnencremes mit hohem Schutzfaktor (mind. Faktor 40)
  • Schützen Sie Kinder und Jugendliche mit Sonnencremes und Kleider vor Sonnenbränden

Behandlung der Sonnenwarzen und des Spinalioms

Für die Behandlung der Sonnenwarzen stehen verschiedene Methoden zur Verfügung: Man kann sie einerseits operativ Entfernen (mittels Skalpell, Abschabung oder Laser). Andererseits lassen sie sich auch konservativ behandeln: durch Vereisen (Kryotherapie), Peelings, besondere Cremes, photodynamische Therapie (PDT), Vitamin-A-Säuren (Tretinoin, Isotretinoin, VAS, Adapalen), Podophyllotoxin, Colchizin, IFN-Alpha und vieles mehr. Wichtig ist die vorgängige Entnahme einer Hautprobe, welche im histologischen Labor mikroskopisch untersucht wird. Somit wird gesichert, dass es sich noch um eine Sonnenwarze und nicht schon um ein Spinaliom handelt. Denn Spinaliome sollten von einem Dermatologen mit genügend Sicherheitsabstand im gesunden Gewebe exzidiert werden. Diesen herausgeschnittenen Tumor, welcher ab einer bestimmten Grösse auch Metastasen bilden kann, muss mikroskopisch untersucht werden, damit die totale Entfernung gewährleistet ist. Andere Möglichkeiten der Behandlung des Spinalioms sind die Bestrahlung, die Chemotherapie oder die Vereisung.
Patienten, welche unter einem Spinaliom geleidet haben, müssen anfangs viertel- später halb- oder ganzjährig in die Nach- bzw. Vorsorgeuntersuchung.

Gerne beraten wir Sie in unserer dermapraxis weiter darüber.

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